Die Tierschau

Der Reister Markt, welcher seit Urväterzeiten im Brauchtum und Viehhandel ein Begriff und weit über die Grenzen des Sauerlandes hinaus bekannt ist, gilt als der älteste der Tierschaufeste des ganzen Sauerlandes.

Das heutige Einzugsgebiet bei der alljährlichen Bezirkstierschau sind die Bezirke Eslohe, Bestwig, Sundern, Meschede und Arnsberg. Die Tierschau ist eine Zuchtschau. Sie stellt die große Vielfalt der in der Landwirtschaft und im privaten Bereich gezüchteten Nutztierarten vor. Diese bestätigen wiederholt das hohe Leistungsniveau der heimischen Tierzucht und begeistern insbesondere das Fachpublikum.

Der Auftrieb und die Ausstellung der Tiere erfolgen traditionell am Samstagvormittag. Die Besucher können dabei einen guten Eindruck von gut gepflegten und hervorragend herausgeputzten Tieren gewinnen. Mit großem Eifer und Fleiß werden die Tiere jedes Jahr auf diesen Tag vorbereitet, denn das äußere Erscheinungsbild sowie die damit verbundene Leistungsbereitschaft kennzeichnen den züchterischen Erfolg. In absoluter Tagesbestform (Outfit und Kondition) präsentieren sich die Tiere so in entsprechender Klasseneinteilung wie Rinder (Rot- und Schwarzbunte-Kühe, Fleischrinder) und Pferde (Warm- und Kaltblutpferde mit und ohne Fohlen, Haflinger, Quarter Horses, Araber, Ponys und Esel). Abgerundet wird die Tierschau durch die Ausstellung von Kaninchen und Tauben des Kleintierzuchtvereins Meschede und zahlreichen Ständen von Landhändlern, Lieferanten von Technik, Futtermitteln und allgemeinem landwirtschaftlichem Bedarf. Die heimlichen Stars während der Tierschau sind allerdings die Jungzüchter ab vier Jahre, die auch schon stolz ihre Kälbchen an den Preisrichtern vorbeiführen und das Publikum begeistern.

Alle sechs Jahre wird am Standort Reiste zudem eine Kreistierschau ausgerichtet. Bei der letzten Kreistierschau am Samstag 22. August 2009 kamen die Aussteller aus dem gesamten Hochsauerlandkreis.

Die Rindviehschau

Bei der Rindviehschau wird grundlegend unterschieden zwischen der Nutzungsrichtung, der Milchproduktion und der Fleischleistung.

Entsprechend formuliert ist auch das Zuchtziel, sodass in der Nutztierhaltung Rinder als Einnutzungsrind entweder zur Milchproduktion oder zur Fleischproduktion gezüchtet werden. Zuchtrichtungen in Form des klassischen Zweinutzungsrinds, also Milch und Fleisch, haben in der heutigen Zeit an Bedeutung verloren.

Auf dem Reister Markt stehen Milchrinder oder Fleischrinder jeweils im Wettbewerb untereinander.  Fast ausschließlich werden hier Kühe insbesondere Milchkühe ausgestellt. Die Kühe werden in einem rund abgesteckten Richtring vorgeführt, sodass die Besucher hautnah das Richtgeschehen verfolgen können. Nach der Beurteilung von zuchtzielorientierten funktionellen Merkmalen sowie dem äußeren Erscheinungsbild verbunden mit Leistungsbereitschaft werden die Kühe rangiert.

Bei Milchkühen wird dabei auf den allgemeinen Körperbau, aber insbesondere auf die Euteranlage für die Milchproduktion geachtet.

Die jeweiligen Klassensieger (1a-Tiere) stellen sich nach dem Klassendurchgang nochmals den Richtern, welche dann die Siegertiere herausstellen. Herausgestellt werden jeweils die Siegerkuh jung und alt sowie die jeweiligen Reservesieger.

Die Tiere jeder vorgeführten Klasse werden vom Ringrichter kommentiert und somit dem Publikum die Gründe für die Platzrangierung bekannt gegeben.

Als Abschluss des Schauwettbewerbs werden von den einzelnen Ausstellungsbetrieben Züchtersammlungen mit mindestens 3 bzw. 4 Milchkühen aus eigener Zucht vorgestellt. In die Beurteilung einbezogen ist hier vor allem die Einheitlichkeit der Gruppe mit guten Leistungstieren im gesamten Erscheinungsbild.

Ermittelt werden dann die Siegersammlung bzw. die Gesamtsiegersammlung in mehreren Klassen. Dies ist von besonderer Bedeutung, denn eine Züchtersammlung ist das züchterische Aushängeschild eines jeden Betriebes.

Fleischrinder unterliegen anderen Kriterien. Sie konzentrieren sich auf die Fleischproduktion in Quantität und Qualität. Die Rassen Charolais und Limousin wie auch Highland’s und Galloway sind vertreten. Anhand der vorgestellten Fleischrinder stellt der Ringrichter die Unterschiede der Nutzungsrichtung und Zuchtziel heraus.

Der Jungzüchterwettbewerb

Als besondere Attraktion ist es seit jeher Tradition, während des Reister Markts einen Jungzüchterwettbewerb durchzuführen. Bereits die ganz jungen Bauern, Kinder im Alter ab ca. 4 Jahre führen dem Ringrichter Kälber vor.

Zuvor haben sich die Kinder, die heimlichen Stars der Tierschau, mit den Kälbern intensiv beschäftigt, das Vorführen geübt sowie für das gute Outfit gesorgt.

Die Kleintierschau

Auch eine Kleintierschau des Kleintierzuchtvereins „KLZV W 321 Meschede“ wird alljährlich in der Schützenhalle durchgeführt.

Ausgestellt werden Rassekaninchen und Rassegeflügel, d.h. die ausgestellten Tiere sind allesamt reinrassig gezüchtet. Das Zuchtziel entspricht den rassenspezifischen Eigenschaften in Form und Farbe, dem sogen. Standard der Rasse.

Beurteilungskriterien orientieren sich an der Körperentwicklung der Tiere. Nach Kriterien wie Körperbau/-form, Gewicht für das Alter der Tiere (Entwicklung) sowie Fell/Gefieder (Haare/Federn, kurz/normal/lang) und Farbe (Haare/Federn und Fell) werden die ausgestellten Rassekaninchen und das Rassegeflügel bewertet.


Als Siegertiere werden jene herausgestellt, welche am nächsten dem Zuchtziel, dem Standard der Rasse, entsprechen.